Bericht/Fotos von der Rumänienfahrt 2016

Bild 247Im September 2016 besuchte eine Abordnung des Vereins Kinderhilfe Rumänien VKR e.V. das Kinderheim St. Maria in Barati/Bacau. Mit dabei war erstmals Frau Martina Heseding, die uns ihre Erlebnisse in einem ausführlichen Bericht schildert. Die Fotos (siehe ganz unten) machte sie zusammen mit ihrem Ehemann Andreas. Wir bedanken uns für die umfassenden Infos.

Und hier der Bericht:

Sehr geehrter Herr Richter,
leider finde ich erst jetzt die Zeit, Ihnen von unserem Besuch im Kinderheim Rumänien zu
berichten. ...
Im September dieses Jahres hatte ich Gelegenheit, zusammen mit dem Pfarrer Herrn Büssing, Hans Beine, Jutta Riemann und meinem Mann Andreas das Kinderheim in Bakao zu besuchen. Für mich war es die erste Gelegenheit, die Kinder dort zu besuchen und dies hat bei mir einen außerordentlich intensiven und positiven Eindruck hinterlassen.

Mein Mann konnte das Kinderheim bereits im Jahr zuvor kennenlernen und kam überwältigt von
den dortigen Eindrücken zurück. Als bisher Unbeteiligte konnte ich das nur schwer nachvollziehen,


so dass wir uns in diesem Jahr gemeinsam der Reisegruppe angeschlossen haben.
Dadurch habe auch ich die gleichen außerordentlich positiven Erfahrungen und Erlebnisse machen
können, von denen mein Mann im Vorjahr berichtete und die ich zuvor nur bedingt nachvollziehen
konnte.
Tatsächlich ist es ein überwältigendes Erlebnis, mit welcher Gastfreundschaft, Offenheit und
welchem Vertrauen die Kinder und Ordensschwestern uns dort aufgenommen haben. Es dauerte nur
wenige Minuten und jeder von uns hatte Wegbegleiter, die uns an den Händen führten, unsere
Taschen tragen wollten und sich über den Besuch aus Deutschland freuten.
Ich bewundere das Projekt, das Pfarrer Büssing aus Vechta mit viel Unterstützung aus unserer
Heimat ins leben gerufen hat. Die dort aufwachsenden Kinder kommen oftmals aus sehr
problematischem sozialen Umfeld und haben trotz ihres jungen Lebens häufig bereits Schlimmes
erlebt. Es sind sehr individuelle Schicksale, die bereits durch Erfahrungen mit dem Tod von Eltern,
vielfältiger Form familiärer Gewalt, Alkohol- bzw. Drogenkonsum der Angehörigen oder eigener
Vernachlässigung in Berührung gekommen sind. Sie alle werden offen in einer familiär geprägten
Gemeinschaft im Heim aufgenommen und von den dortigen Ordensschwestern liebevoll wie in
einer Großfamilie erzogen.
Eine große Unterstützung ist die in der rumänischen Gesellschaft fest verankerte und weit
verbreitete Religiosität, die den Kindern in einer angemessenen Art Halt und Orientierung bietet.
Neben den wöchentlichen Gottesdiensten gibt es häufig kurze Andachten, in die die Kinder
eingebunden werden, wodurch sie auch Gelegenheit zur persönlichen Entwicklung bekommen. Der
von mir ein wenig befürchtete Eindruck einer eher erdrückenden Religiosität hat sich nicht
bestätigt.
Ganz im Gegenteil lässt die besonders herzliche Art, in der die Kinder mit den Ordensschwestern
umgehen, auf eine enge persönliche Beziehung schließen. Wie mir von den bereits langjährig mit
diesem Projekt betrauten Mitreisenden berichtet wurde, kommen viele Kinder aufgrund der zuvor
gemachten persönlichen Erfahrungen sehr verschlossen und zurückhaltend im Kinderheim an und
werden bereits nach relativ kurzer Zeit zu den aufgeschlossenen und herzlichen jungen Menschen,
als die ich sie kennenlernen durfte.
Die Kinder tragen auch untereinander Verantwortung. Je nach Alter und Fähigkeiten unterstützen
sie die Ordensschwestern bereits bei der Betreuung jüngere Mitbewohner wie deren Geschwister
oder helfen, wie in einer Familie üblich in Küche und Heimhaushalt. Trotzdem bleibt genug Zeit für
Spiel und Gemeinsamkeit. Es wird gelacht, gesungen, getanzt – aber natürlich auch wie überall auf
der Welt gestritten, geweint, versöhnt und getröstet. Die Kinder lernen den Alltag zu meistern und
werden gut auf ihre Zukunft als Erwachsene vorbereitet.
Noch immer gibt es viele Kinder in Rumänien, die trotz allgemeiner Schulpflicht überhaupt keine
oder eine nur unzureichende schulische Ausbildung erlangen oder in schwieriger sozialer
Umgebung aufwachsen. Den im Heim untergebrachten Kindern wird eine Chance geboten, die von
ihnen gerne und dankbar angenommen wird.
Besonders eindrucksvoll bestätigt haben sich meine Eindrücke bei einem eher beiläufigen Ereignis:
Schwester Marinella, die Oberin des Heimes, kehrte am Montag nach einem Tag durch einen
Trauerfall bedingter Abwesenheit morgens in das Heim zurück. Daraufhin ließen die auf dem
halben Weg zur dörflichen Grundschule befindlichen Kinder ihre Ranzen fallen, liefen den Weg
zum Kinderheim zurück und nahmen nach nur einem Tag Abwesenheit ihre Schwester Marinella
zur Begrüßung wie eine zurückkehrende Mutter in die Arme. Das war ein sehr ergreifender
Moment, der mir zeigt, wie glücklich und angenommen sich die Kinder dort fühlen und welche
Unterstützung sie dort erfahren. Auch die anderen Schwestern fallen durch einen sehr herzlichen
und liebevollen Umgang mit den Kindern auf.
Im kommenden Jahr wird eine lohnenswerte Fahrt für alle Interessierten angeboten, bei der das
Land und das Kinderheim kennengelernt werden können. Es wird Gelegenheit geboten, Bukarest,
das Kinderheim und das Naturwunder Donaudelta zu besuchen. Mein Mann und ich werden gerne
wieder an dieser Reise teilnehmen und freuen uns bereits auf die bevorstehenden Erlebnisse –
insbesondere die Begegnung mit den Bewohnern des Kinderheimes.
Es ist mir ein großes Anliegen, das Kinderheim auch durch die Ansprache bisher Unbeteiligter zu
fördern und zu unterstützen. Die Kinder wachsen in ihrem Heimatland behütet auf, bleiben ihrer
Kultur und Sprache verbunden und erhalten die Chance auf eine ganz persönliche und berufliche
Entwicklung. Jede dorthin gewandte Unterstützung ist eine große Hilfe zur Bewältigung der
dortigen Herausforderungen.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, dass Sie vorstehenden Text über das Internet vielen
Interessierten zugänglich machen können.
Mit freundlichen Grüßen
Martina Heseding

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