Geistlicher Impuls zum 6. Sonntag der Osterzeit

Bild 6. SonntagEvangelium am 6. Sonntag der Osterzeit (Joh 14, 15-21)

Evangelium zum Anhören

Geistlicher Impuls


Liebe, ein Beistand, der Geist der Wahrheit, Leben in Ihm und mit Ihm – im Angesicht des Abschieds malt Jesus eine frohe, leuchtende Zukunft für seine Jüngerinnen und Jünger aus. Vermutlich hatten sie längst nicht alle seiner Worte tatsächlich verstanden, verinnerlicht und vielleicht auch (noch) nicht wirklich ernstgenommen. Aber sie werden gespürt haben, dass etwas Bedeutendes passiert: Sie werden eine Veränderung wahrgenommen haben in ihrem Herzen und ihrer Seele – da wächst etwas, da entwickelt sich etwas. Was auch kommen mag, sie werden nicht ins Nichts zurückfallen, mit Seinen Worten versucht Jesus eine Leere zu füllen, bevor sie entsteht. Auch wenn die Situation natürlich nicht unmittelbar vergleichbar ist, leben auch wir im Moment in einem ähnlichen Zustand zwischen „nicht mehr“ und „noch nicht“: Wir müssen uns in unserer persönlichen Freiheit und Gestaltung unseres Alltags erheblich einschränken und auf viele persönliche Begegnungen und Kontakte verzichten. Für viele Menschen ist das eine existentiell bedrohliche Situation, die sie an die Grenzen dessen führt, was sie an Einsamkeit und Isolation aushalten können. 

 

Mir fallen zwei Sätze in diesem Evangelium besonders ins Auge, die vielleicht helfen können, die gegenwärtige Situation auszuhalten (wobei mir klar ist, dass ich mit meinen persönlichen Lebensumständen vergleichsweise privilegiert bin!):
„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ (14,15)
Liebe hilft Gebote halten: Zur Liebe, wie Jesus sie versteht, gehört das Vertrauen, dass mein Gegenüber es gut mit mir meint, vorbehaltlos und uneingeschränkt. Auf dieser Grundlage sind Gebote kein Zwang und wollen keinen Druck erzeugen. Vielmehr geht es um das Wohlergehen aller- als Einzelne und zugleich als Gemeinschaft. Unser Miteinander im familiären wie im gesellschaftlichen Gefüge muss sich daran messen lassen: Können wir uns aufeinander verlassen? Trauen wir uns gegenseitig zu, dass wir das Wohl des/der jeweils anderen stärker im Blick haben als unser eigenes? Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Menschen, die mit viel Verständnis und Bereitschaft auf die vielen Terminabsagen und Unsicherheiten reagieren!

„Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen“ (14,18). Ein unglaublich tröstliches Versprechen! Jesus nimmt in dieser Aussage das Gefühl von Einsamkeit und Verzweiflung vorweg, das seine Freundinnen und Freunde für die Zeit „danach“ vielleicht fürchten: Er weiß um ihre Angst, ihre Sorge, ihre Fragen und nimmt sie darin ernst! Er versucht nicht, diese Gefühle kleinzureden, wegzuschieben, er nimmt sie ernst und macht sie real, indem er die angemessenen Worte findet: Er weiß ganz genau, was den Menschen auf der Seele brennt, ihr Herz schwer macht. „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen“ – damit sagt er: Ich habe verstanden, ich weiß um dich und ich verlasse dich nicht! In diesen Worten liegen Trost, Wärme, eine Umarmung, ein Blick, eine Perspektive. Gott sei Dank!

Du versprichst uns Deinen Geist
Beistand
der für immer bleibt
Geist der Wahrheit
macht sich nicht klein
versteckt sich nicht
verbiegt sich nicht
gibt sicheren Stand
vor mir um mich zu schützen
neben mir um mich zu stützen
hinter mir um mich zu stärken
Wahrheit
nicht frei von Fehlern
aber frei von Angst
Beistand zum Leben

( Text: Angela Boog; Foto: ©Frank Rohenkohl )

 

Gottesdienst - Livestream

Nächster Gottesdienst aus der Propsteikirche:
Samstag, 30.05.20 um 17 Uhr.

Beginn des Livestreams ab 16.55 Uhr!

Liedfolge:

 


Liedordnung ausgesucht nach den Vorgaben der Deutschen Bischofskonferenz


Hinweis:

Ab dem 09.05.20 übertragen wir nur noch jeden Samstag um 17.00 Uhr im Livestream, da es wieder Gottesdienste für die Öffentlichkeit gibt!

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